Künstlerin2008, 60-teilig, Fotografie und Schrift,
gegliedert in 7 Stationen
Print, kaschiert auf Aludibond-Platte
Breite: 26,5 cm bzw. 32 cm, Höhe variabel
Die Eröffnung der Installation im Treppenhaus des khg-Wohnheims fand am 28.1.2008 statt: Stauffenbergring 4–8, 37075 Göttingen
Edith Stein war eine der bemerkenswertesten Frauen des 20. Jahrhunderts, 1891 geboren und aufgewachsen als jüngste Tochter einer jüdischen Großfamilie in der modernen schlesischen Metropole Breslau. Ihr Leben vollzog sich parallel zu einer Zeitgeschichte voller atemberaubender Umstürze. In ihrer Lebensgeschichte verschlingen sich die persönlichen und die politisch-gesellschaftlichen Entwicklungen in besonderer Weise. Edith Stein ist als Frauenrechtlerin, Philosophin, Lehrerin oder religiös Suchende immer eine handelnde Person gewesen und blieb es in ihrer spirituellen Haltung auch noch als wehrloses Opfer der Nationalsozialisten. Als 14-Jährige sagte sie sich von ihrer Religion los. Als Philosophin gelangte Edith Stein an die Grenzen des denkend Erfahrbaren. Schritt für Schritt kam sie zu religiöser Erkenntnis und Erfahrung, bis sie 1933 mit dem Eintritt in den Karmeliterorden in Köln ihr erklärtes Lebensziel erreichte. 1942 wurde Sr. Teresia Benedicta vom Kreuz (Edith Stein) aus ihrem Exil im Karmel in Echt/Holland abtransportiert und einige Tage später in Auschwitz ermordet. Die Raum-Installation: Beginnend im Erdgeschoss mit Ediths Kindheit, folgt der Betrachter treppensteigend Edith Steins wechselvollem Leben. Die siebenteilige Gliederung in biographische Phasen verweist auch auf jüdische und christliche Mythologie. Die Separation in Verweilabschnitte erinnert an einen Kreuzweg.
Edith Stein war mutig und klug. Sie war ein Kind ihrer Zeit und hatte viel zu sagen – die Installation gibt ihr eine Stimme.