Künstlerin2003, animierte Fotografie
Projektion, 12 Minuten, Loop
»… Am Ende jedes Zweiges winkte und blinzelte eine wunderbare Zukunft, wie eine fette purpurfarbene Feige. Die eine Feige war ein Mann und ein glückliches Heim, und die andere Feige war eine berühmte Dichterin, und die nächste Feige war eine brillante Professorin (...) und unter und über diesen Feigen hingen noch viel mehr Feigen, die ich nicht genau erkennen konnte. Ich sah mich in der Gabelung des Feigenbaumes sitzen, ich verhungerte, nur weil ich mich nicht entschließen konnte, welche Feige ich nehmen sollte. Ich wollte jede einzelne, aber eine auszuwählen hätte bedeutet, alle anderen zu verlieren, und während ich dort saß …«
Silvia Plath, die Glasglocke,1968
Verantwortung für sich selbst, ein Leben mit verschiedenen Rollen: Mutter, Versorgerin, Mitarbeiterin, Chefin, Wissenschaftlerin, Lebenspartnerin, ehrenamtlich Tätige, … ist heute selbstverständlich. Bestens ausgebildet, wollen viele Frauen sich nicht mehr zwanghaft irgendwo auf der altmodischen Karriereleiter nach oben strampeln müssen. Die Balance zwischen Beruflichem und Privatem hat Priorität, sie entwickeln Stategien und Perspektiven, die sie auf eigenem Weg zu einem befriedigenden Lebensstil führen.
Meine Arbeit ist ein Plädoyer für Vielfalt und Mut. Die Erinnerungen an die Aktivitäten mehrerer Generationen spiegeln sich auf der Wand wider. In erstarrten Bewegungsposen erscheinen Lebensstationen, versinken wieder, um an anderer Stelle erneut sichtbar zu werden. Unterschiedliche Charaktere, Temperamente und Schicksale werden visualisiert. Getragene Frauenkleider mehrerer Epochen schlüpfen dabei in die Rolle der anonymen Stellvertretung.